Fördern und Fordern

Leseförderung


Verstehst du, was du liest?

Philippus ist auf dem Weg von Samarien nach Gaza, als er einen Hofbeamten der Königin von Äthiopien trifft.
Auf seinem Wagen sitzend liest dieser im Buch des Propheten Jesaja. Da fragt Philippus den Beamten: „Ver-
stehst du auch, was du liest?“ Der Lesende antwortet: „Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?“
                                                                    
(vgl. Apostelgeschichte 8, 26 - 30)

 

Lesen – ein Abenteuer

Die Leseförderung hat als vorrangigstes Ziel, die Kinder zum Lesen hinzuführen. Deshalb will Schule die Freude am Lesen, an Büchern wecken. Das gelingt mit Jugendliteratur, die Spannung erzeugt, in eine Welt der Phantasie eintauchen lässt. Wenn diese Lust vorhanden ist, dann wird auch die Mühe des Lesens auf sich genommen, weil es als lohnenswert angesehen wird. Doch wird das Gelesene auch verstanden? Dazu bedarf es auch heute - wie zurzeit der Apostelgeschichte - noch der Anleitung, der Hilfe, des Übens. So kann Literatur eine Hilfe zum Verständnis unserer manchmal unverständlichen Welt werden.









Lesen macht Spaß! Das finden auch diese Kinder.












 






Lesen – ein Schwerpunkt an unserer Schule

Der Bereich „Lesen“ hat in unserem Schulprogramm einen großen Schwerpunkt erhalten. Von der Festigung der
Lesefertigkeit bis hin zum Erfassen und Verarbeiten von Textinformationen: In allen Fächern steht der Text wieder im Mittelpunkt. Besonders im Deutschunterricht geht es aber auch darum, die Freude am Lesen zu stärken. Dazu dienen unterschiedliche Lese-Aktionen wie Lesenächte, Autoren-Lesungen, unser Lesemarathon und verschiedenste Wettbewerbe, an denen unsere Schule teilnimmt. In unserer Leseförderung gehen wir zunächst von den Leseerfahrungen der Kinder aus und beziehen sie in den Unterricht mit ein. Die lesefördernden Methoden, mit denen wir arbeiten, helfen gerade schwächeren Kindern den Anschluss an das Klassenniveau zu halten.

Leseförderung heißt immer auch Schreibförderung. Das Führen von Lesetagebüchern und unsere Kurse für kreatives Schreiben sind eine wichtige Einübung, die neben dem Lerneffekt einen hohen Spaßfaktor für die SchülerInnen haben.

Ob in der Lese- oder in der Schreibförderung, immer versuchen wir, auf die Bedürfnisse der SchülerInnen ein- zugehen und ihre Interessen ernst zu nehmen.

 

 

 

 

SchülerInnen beim Lese-Marathon

 

 

 

 

 

 

Intensive Einzelförderung im Lesen

Wer nicht gut lesen kann, liest nicht gern. Und: Wir brauchen das Lesen für fast alle Unterrichtsfächer. Selbst die Textaufgabe in Mathematik muss gelesen und verstanden werden. Und: Es soll keine/r davor Angst haben, zum lauten Vorlesen aufgerufen zu werden.

Deshalb gibt es seit zwei Jahren an unserer Schule eine intensive Einzelförderung in der Schule. Sobald die Schwie- rigkeit beim Lesen auffällt, informiert die Deutschlehrerin/ der Deutschlehrer die Eltern über die Möglichkeit dieser Hilfe, damit die Unterstützung so bald wie möglich beginnen kann.

 

 

 

 Klassensieger bei Vorlesewettbewerb

 

 

 

 

 



Förderung - „mitten am Tag“

An mehreren Schultagen pro Woche kommen freiwillige Helfer (z.T. Eltern) in unseren Leseraum, der mit Eltern- hilfe eingerichtet wurde, und lesen mit einzelnen Kindern. Dazu werden diese mit Zustimmung ihrer Eltern einmal in der Woche aus dem jeweiligen Fachunterricht für 15 Minuten entlassen. Die Priorität des Lesen-Lernens setzen wir so hoch, dass dafür eine solche Unterbrechung des Schulalltags (Ausnahme: Englisch) akzeptiert wird.

Wie wird gefördert?

Mit Hilfe unterschiedlicher Materialien - gesponsert von dem
Förderverein unserer Schule - und wechselnder Übungen trainieren die SchülerInnen in 15 Minuten unterschiedliche Aufgabentypen:

                     • aufbauende Leseübungen (z.B. immer länger werdende Wörter, Sätze, Texte)

                     • vortragendes Lesen bis hin zur gestaltenden Betonung

                     • Erfassen von inhaltlichen Informationen

                     • anfängliche Interpretation und Darstellung von Zusammenhängen


Und auch hier: Lesen soll Spaß machen

In unserem Leseraum stehen viele Regale mit spannenden Büchern, die sich leicht lesen lassen. Neben den Ar- beitsmaterialien dienen sie als Angebot zum Erlesen in kleinen Schritten und dem anschließenden Austausch mit der helfenden Lehrkraft. Mit Unterstützung der Eltern bei den täglichen Leseübungen erfahren die SchülerInnen: Beständiges Üben führt zum Erfolg.

Gute Erfahrungen liegen vor

Im Frühjahr 2002 begannen wir mit der Einzel-Leseförderung. Die SchülerInnen kommen sehr gern und erzielen bemerkenswerte Fortschritte. Das motiviert alle zum Weitermachen. Zurzeit (2004/05) nehmen 44 SchülerInnen an 4 Tagen an der Leseförderung teil. Sieben ehrenamtliche Mitarbeiterinnen erteilen dabei 11 Unterrichts- stunden pro Woche.

(Gabriele Herzberg)