Peru

Eine Brücke nach Peru

25 Jahre Partnerschaft mit der Schule “Reina del Mundo”

Warum wir helfen wollen?

    „In Peru habe ich gelernt, dass es einen Unterschied zwischen Elend und Armut gibt.“

So formuliert Sr. Rut-Maria den Eindruck, den sie von ihrer Reise nach Peru gewonnen hat. In ihrem Bericht hörten wir zum ersten Mal von “Paul Poblet”, einem Elendsviertel am Rande der Hauptstadt Lima, in dem die Menschen ohne elektrischen Strom, Kanalisation und fließendes Wasser in einer Sandwüste leben. Sie kamen aus den Bergen und dem Urwald dorthin, weil Naturkatastrophen, Gewalt und Terror das Leben in ihrer Heimat unmöglich machten. Ihrer Hände Arbeit bietet keine Lebensgrundlage mehr, da durch Klimaveränderungen besonders im Süden des Landes der Boden trocken geworden ist. Es gibt zu wenig Nahrung, was häufig zur Unterernährung und den daraus resultierenden Krankheiten der Menschen führt.

  Elendsviertel

      “Paul Poblet”

Andernorts, wie z.B. in der Nähe von Arequipa, leben die Menschen in Lehmhütten, die bei Erdbeben, wie sie in Peru häufig auftreten, schnell zusammenfallen. Für ein viel stabileres Steinhaus fehlt das Geld, obwohl es nur ca. 1000 € kosten würde. Es gibt keine ausreichende medizinische Versorgung. Durch Krankheit oder den Verlust des Lebens- partners gegeraten viele Menschen in höchste Not. In Peru endet der Schulbesuch vieler Kinder an den staatlichen Schulen nach dem 6. Schuljahr, weil die weiterführenden Klassen oftmals gar nicht vor-handen sind. Eine bessere Schulbildung ist nur mit privaten Mitteln zu finanzieren, über die die wenigsten verfügen. So sind Analphatetentum (11,7%) und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit nicht selten.

Wie wir helfen können?

Bereits seit dem Bestehen der St.-Augustinus-Schule, also seit
nunmehr 30 Jahren, unterhält unsere Schulgemeinde eine Paten- schaft zu der von Hildesheimer Vinzentinerinnen in Lima gegrün- deten Schule ”Reina del Mundo”. Hier wird vielen Kindern eine ganzheitliche Erziehung in Liebe und Güte zuteil. Kinder aus armen Familien, die auch in
Paul Poblet” leben, erhalten entweder ein Stipendium oder einen finanziellen Zuschuss, um die Schulbil- dung bis zum internationalen Abitur in Anspruch nehmen zu können.
                               
                                  Aufstellen auf dem Pausenhof

Mit dem Erlös jährlicher Schulfeste und vielfältiger anderer Aktionen erhielten bislang jeweils sechs Kinder eine finanzielle Unterstützung, die ihnen eine hochwertige Schulbildung ermöglichte (incl. eines international anerkannten Deutschdiploms).

Neben diesem Engagement sollen in Zukunft mit Hilfe unseres Fördervereins weitere Projekte in “Paul Poblet”, wo sich die Vinzentinerinnen zusammen mit den Schüler/innen und Eltern der Schule Reina del Mundo” engagieren, Unterstützung finden.

Beiträge werden geleistet zur

  • Verbesserung des Wohnraumes durch Mitfinanzierung des Baus von Holzhütten
  • Unterstützung der Armenküche.

Außerdem soll die bisher eher einseitige Patenschaft in eine durch gegenseitige Beiträge geprägte Partnerschaft umgedeutet werden. Dafür wird ein reger Austausch mit den z.T. deutsch sprechenden peruanischen Schüler/innen angebahnt, unterstützt durch die Nutzung moderner Kommunikationsmittel. Die Gestaltung einer Präsentations- fläche in unserem Schulgebäude sowie die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft werden angestrebt.

                Während der adventlichen Frühschicht 2003 erhält Schwester Rut-Maria einen Scheck

 

 

 

 

Ein Brief aus Peru 2008

„Wir sind berufen, den Menschen Gottes
Güte sichtbar werden zu lassen"

„Wäre Jesus tausendmal in Bethlehem
geboren und nicht in Dir, Du wärest
ewiglich verloren!"

 

Weihnachten 2008

Liebe Wohltäter und Freunde unserer Peru-Mission!

Diese beiden Sätze möchte ich in diesem Jahr über meinen Weihnachtsbrief für Sie setzen. Ersterer ist von unserem geistlichen Vater „dem Herrn Vinzenz von Paul", zweiter von einem Dichter unserer Zeit... Warum gerade diese beiden Aussagen? Nun, in diesem Jahr hatte unsere Gemeinschaft das Generalkapitel und wir machten uns Gedanken, ob wir wohl - im Geiste unseres Charismas - so den uns Anvertrauten begegnen!? Schauen wir unsere Arbeit in Peru einmal unter dem Aspekt an!

Da ist in Lima die „Reina del Mundo Schule" mit ihren ca. 615 Schüler/innen, mit den Lehrkräften und Angestellten, unser Regionalhaus mit dem Konvent der jungen, auszubildenden Schwestern, 3 Novizinnen und 4 Aspirantinnen, 12 junge peruanische Mitschwestern mit Ewigen Gelübden und 5 Junioratschwestern. Güte können wir auch mit Barmherzigkeit, Verständnis, Verzeihung etc. benennen. Dieses versuchen wir erst unter uns zu leben um dann, mit der Hilfe des Herrn, zu unseren Anvertrauten zu gehen! Glauben Sie mir, ich habe es in den letzten Jahren erfahren, wie viel wir an Güte unseren Schüler/innen schenken müssen, sie haben an materiellen Dingen fast alles, aber.... es fehlt ihnen und ihren Familien an dieser Güte und Wärme. Mit unseren Lehrern und den vier Schwestern in der Schule sehen wir zu, dass wir in der Schule den christlichen, katholischen und vinzentinischen Geist vertiefen, damit unsere peruanische Jugend fest und gestärkt, in ihrer Art auch verstanden, in die Zukunft gehen kann. Daheim fehlt es ihnen und somit sind sie in einer Weise oft ärmer als die Kinder und Jugendlichen in den Armenvierteln, die Liebe und Zuwendung in ihren Familien finden.

In den Armenvierteln „Paul Poblet" und „Nueva Gales", wo unsere jungen Schwestern, Novizinnen und Postulantinnen in der Pastoral arbeiten, ist es ihnen nur möglich viel Not lindern zu können mit Ihren Spenden! Somit wird etwas von der universalen Güte Gottes spürbar! Die Schwestern nehmen diese Menschen ernst, helfen ihnen, hören sie an und unterweisen sie mit viel Geduld und Hingabe.

In unserem Kinderheim „Trujillo", wo ca. 50-55 Kinder, vom Säugling bis zum Jugendlichen, ein Daheim finden --- wie viel Güte, Verständnis und Geduld bringen unsere Schwestern und die Angestellten dort jeden Tag auf. Ja, und auch nachts, wie oft wird ein kranker Säugling oder eine Frühgeburt eingewiesen, deren Mutter drogenabhängig oder psychisch krank ist. Das Kind würde daheim Gefahr laufen zu sterben! Für manche Schwestern ist und wird so die Nacht dann auch noch zum Tag! Unsere Kinder gehen jetzt dort in verschiedene Staatsschulen, da diese ihren Lernfähigkeiten besser angepasst sind. Nur noch wenige sind in der Schule der Vinzentinerinnen, bei uns gegenüber. Das bedeutet auch einige Mehrausgaben für die schulpflichtigen Kinder. Dazu besuchen uns weiterhin „unsere Großen" und erhalten stets eine kleine Beihilfe zum Lebensunterhalt. Da der Staat die privaten Einrichtungen mit „Nichts" unterstützt, danken wir Ihnen mit unseren Kindern für alle Gaben!

Unsere vier anderen Konvente: Soritor, Jimbe, Ornate und Pisac sind kleine „Oasen" der Evangelisation und die Zuflucht für alte, kranke und Not leidende Menschen. In Jimbe und Pisac haben wir die Suppenküchen, dank vieler guter Spender und unserer lieben Gruppe aus Würzburg. Hier können Schulkinder, die aus den Bergdörfern in die Hauptschulen kommen, eine gute Mittagsmahlzeit erhalten und in anderen wichtigen Dingen des Lebens unterwiesen werden. In Jimbe kommen täglich alte Menschen, die das Essen mitnehmen können, um es evtl. mit der Familie zu teilen. Mit ihnen arbeiten die Schwestern ebenfalls und unterweisen sie in Hygiene, Sauberkeit im Haus etc.; denn oft sind diese alten Menschen recht verlassen und hilflos, besonders in Ornate; ihnen wollen wir immer mit großer Liebe und Ehrfurcht begegnen, finden wir doch in ihnen - so der heilige Vinzenz - unseren Herrn und Meister Jesus Christus! Dank Ihrer Spenden können wir diesen verlassenen alten Leuten ein lebenswürdiges Dasein schaffen.

Auch in Soritor helfen unsere Schwestern in der Suppenküche der Pfarrei, wo viele arme und oft hilflose Menschen, Kinder, junge und alte Leute ihren Hunger stillen können und nicht nur den leiblichen Hunger, sondern auch den seelischen, denn unsere Schwestern verstehen es integrale Hilfe zu leisten. Diese Suppenküche erhält Unterstützung von Schulen und Pfarreien aus der Heimat!

Gracias der Gruppe aus Salzgitter, die schon viele Jahre so treu die kleine Berggemeinde „Rayan“/Jimbe, unterstützt in der Schulspeisung und anderer Hilfen für die Schüler/innen. Wie viele Kinder aus sehr armen Familien in den Dörfern, wo wir arbeiten, haben deutsche Paten, die für sie sorgen, ebenso junge Schwestern unserer Gemeinschaft; all den lieben Paten ein recht kräftiges „Vergelt's Gott"! Weiterhin danke ich allen, die uns immer wieder Spenden zukommen lassen, sei es von Veranstaltungen, Familienfesten, Geburtstagen u.a., jede kleinste Münze ist uns willkommen, um sie umzusetzen, Not und Krankheit zu lindern!

Zum Schluss noch ein Wort zu meiner zweiten Aussage vom Anfang meines Grußes: Möge Jesus in dieser Weihnacht wahrhaftig auch in Ihren Herzen neu geboren werden! Wie viel Propaganda um den „Weihnachtsmann", Festveranstaltungen, die traditionelle Weihnachtsgans etc., dieser Rummel, deckt er nicht das Wesentliche zu????? Ja, es ist schon so weit, dass, so las ich es vor kurzem, in Oxford-England angestrebt werden soll WEIHNACHTEN ABZUSCHAFFEN, um in dieser säkularisierten Welt nur noch das winterliche Lichtfest „Winterwende" zu feiern!!!!! Weihnachten „out"????? FIN?????

Wir jedenfalls in Peru, mit unseren Anvertrauten und Mitschwestern, beten besonders für Sie und auch für alle, die dem Geheimnis der Heiligen Nacht noch fernstehen, damit die Gnade, der Friede und die Güte des menschgewordenen Gottes Sie alle erfüllen möge!

Für DAS NEUE JAHR 2009 Gottes Segen für jeden Tag.

In aufrichtiger Dankbarkeit

GRACIAS – THANKS – MERCI - DANKE !!!

Herzlichst,

Ihre  Schwester Wilhelmina.