Biologie

12. November 2020

"Roter Stein 2020“ - Fortsetzung unserer Naturschutzarbeit!

Am 12.11.2020 haben die Profile Naturwissenschaft 9 und 10 sowie die Klassen 9a und 10a im Naturschutzgebiet „Roter Stein“ aktive Naturschutzarbeit geleistet.

Gemeinsam mit den Lehrkräften Kathrin Das, Marisca Forkert, Claudia Gassmann, Andreas von Hoeren und Uta Kopke wurde wieder ein Teil des Steilhangs an der Innerste entbuscht, um so einen Lebensraum für viele seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Diese Maßnahme war mit der Naturschutzbehörde abgesprochen, eine Brenngenehmigung wurde von der Stadt Hildesheim erteilt.

Leider musste wegen der Coroanauflagen das gewohnte Catering ausfallen. Trotzdem konnten sich in einer Pause alle Teilnehmer mit frischen Schokobrötchen aus der Bäckerei stärken.

Hier das Fazit für 2020 in Kurzform: Wetter: mild und trocken - Motivation der Teilnehmer: sehr gut - Arbeitsleistung: sehr gut!

Einsatz am "Roten Stein"

Roter Stein - Einsatz für den Naturschutz geht weiter!

Das 1995 an der Don-Bosco-Schule begonnene Umweltprojekt geht auch nach der Fusion mit der St.-Augustinus-Schule kontinuierlich weiter. Ort ist der nördliche Steilhang unterhalb des Südfriedhofs. Den aufkommenden Bewuchs mit Schlehen, Weißdorn und Wildrosen gilt es zu entfernen, um den dortigen Magerrasen als Lebensraum für viele - zum Teil seltene und bedrohte - Pflanzen, Insekten und Vögel zu erhalten.

Früher haben die Weidetiere der Bauern, also Ziegen, Schafe und Rinder die Hänge freigehalten und so eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft geschaffen. Heute hat sich die Landwirtschaft ver-ändert. Damit aber die Landschaft und mit ihr viele Tiere und Pflanzen trotzdem erhalten bleiben, halten Naturschutzvereine und Schulen nun das Naturschutzgebiet frei. Vor allem für die Kinder ist diese Arbeit sehr interessant, da sie so viele Tiere und Pflanzen kennenlernen.

Diese Arbeiten fanden in diesem Jahr am 12. November 2020 zum 25. Mal in Folge statt.

22.01.2020

100 Jahre - 100 Bäume

Im Rahmen der Aktion „100 Jahre - 100 Bäume“ zum 100-jährigen Jubiläum der Volkshochschule Hildesheim im Jahr 2019 konnte jetzt im Januar mit der Anlage einer kleinen Streuobstwiese auf dem Gelände unserer Schule mitten in der Stadt im Schatten der Dommauer begonnen werden.

Die kleinen Gärtnerinnen und Gärtner unserer Garten-AG, geleitet von Herrn von Hoeren, haben mit Hilfe der Gärtner vom proTeam Himmelsthür vier Obstbäume gepflanzt. Eine der Sponsorinnen, Frau Schenk von der GGBH, hat die Aktion selbst begutachtet und festgestellt, wenn alles gut anwächst und Früchte trägt, dann gibt es mit Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume später Obstsalat.

Nicht nur unsere Hauswirtschaftsgruppen freuen sich schon darauf! Für die großzügige Spende sagt die Augustinus-Schule „Herzlichen Dank“.

Umgestaltung des Außengeländes

Seit 2013 werden die Außenflächen der St.- Augustinusschule (Seite zum BK) verändert. Ziel ist eine möglichst naturnahe Gestaltung, die Naturbeobachtungen ermöglicht, Interesse wecken und Anregungen geben soll, sich für Umwelt- und Naturschutz zu engagieren.

1. Lernstation Naturschutz

1. Lernstation Naturschutz

Die Lernstation Naturschutz ist am Umwelttag 2013 erstellt worden. Sie zeigt, wie man auf vielfältige Weise für die einheimische Tierwelt Nist- und Überwinterungshilfen, Unterschlupfmöglichkeiten und Kleinlebensräume erstellen kann. Durch Zuordnen von Bildkarten zu den Objekten an der Wand erhält man u.a. Informationen zu den Themen Stand- und Zugvögel, Nischen- oder Höhlenbrüter, nützliche und „schädliche“ Insekten etc. Ein in der Bio-AG gebautes Igelschlaf- haus, ein Fledermausquartier sowie Totholz- und Steinhaufen sollen Schülern und Passanten Möglichkeiten aufzeigen, wie man z.B. im eigenen Garten mit einfachen Mitteln Natur- und Artenschutz umsetzen kann. Ein außen am Metallzaun angebrachtes Schild erläutert diese Station.

2. Insektenhotel

2. Insektenhotel

Am Umwelttag 2013 wurde ein Insektenhotel umgesetzt und befüllt, dessen Rohbau ungenutzt vor den Pavillonräu- men stand. Es bietet vielen Wildbienenarten Lebensraum und Unterschlupf. Wildbienen, von denen es in Deutschland mehrere Hundert Arten gibt, leben solitär. Sie bilden also keinen Staat wie die Honigbiene, sondern leben allein (Solitärbienen). Sie sind wichtige Blütenbestäuber und völlig harmlos - stechen also nicht! Viele Arten sind in ihrem Bestand bedroht. In den Pflanzenstängeln und in den Löchern der Holz- stämme legen Wildbienen Brutkammern an, in die sie jeweils nacheinander Eier und Pollen zur Ernährung der Larven einbringen. Die Brutröhren werden dann arttypisch mit kleinen Sandkörnchen, Pflanzenteilen oder Lehm verschlossen. Auch für Florfliegen, Ohrwürmer, Spinnen und andere Kleinlebewesen bietet das 2014 fertiggestellte Hotel Unterschlupf.

Auf zwei jeweils etwa 50 m² großen Flächen vor diesem Bereich wurden 2013 und 2014 von Schülerinnen und Schülern an den Umwelttagen, im WPK–Biologie und in der AG „Natur erleben“ Saatmischungen ausgebracht. Solche naturnahen Blumenwiesen , in denen auch Wildpflanzen wie Disteln und Löwenzahn willkommen sind und toleriert werden, dienen den Wildbienen als Nahrungsgrundlage und Larvenfutter. Schon nach wenigen Tagen konnten erste Mauerbienen als Bewohner unseres Hotels festgestellt werden. Ein solches Insektenhotel erlaubt gezielte biologische Beobachtungen, ermöglicht das Erkennen biologischer Zusammenhänge und führt u.a. zu einer besseren Artenkenntnis.

3. Lebensraum "Wasser" - Teich, Sumpf und Moor

3. Lebensraum „Wasser“ - Teich, Sumpf und Moor

Im vorderen Bereich der Fläche entsteht ein „Wasserbereich“ mit den Lebensräumen Teich, Sumpf und Moor. Dazu erledigte der WPK Biologie im Schuljahr 2013/2014 umfangreiche Vorarbeiten. So mussten etwa 120 Betonpflanz- ringe ausgegraben und entsorgt werden, um zwei vormals als Fischteiche genutzte Fertigbecken umsetzen und an anderer Stelle ebenerdig einbauen zu können. Sie sollen weitgehend vegetationsfrei bleiben. Vielleicht wird sich in diesen Kleingewässern auch der Teichmolch einstellen.

Am Umwelttag 2014 wurden um diese beiden Teiche herum 7 Mörtelkübel in die Erde eingelassen, die als Lebens- raum für Sumpfpflanzen dienen. In diesen Kästen wachsen bereits Sumpfschwertlilie, Froschlöffel, Sumpfhahnen- fuß, Fieberklee und weitere Arten.

Zwei große 90-Liter Kübel bieten besonderen Moorpflanzen wie Wollgräsern und dem fleischfressenden Sonnentau einen Lebensraum. Um solche Pflanzen dauerhaft kultivieren zu können, wurde nach dem Einbau der Kübel im Erdreich der Kübelboden mit umgedrehten leeren Blumentöpfen ausgekleidet. Dadurch erhält man ein Wasserreservoir, das auch bei wochenlanger Trockenheit den nährstoffarmen und „sauren“ Hochmoortorf durch einen Sogeffekt feucht hält. Der Niederschlag eines Jahres reicht normalerweise aus, um ein solches Moor im Kleinformat über Jahre als Lebensraum zu erhalten. Die beiden Teiche bieten ganzjährig die Möglichkeit, Kleinlebewesen mit einem Planktonnetz zu keschern, um sie mikroskopisch zu untersuchen. Von dieser Möglichkeit wurde 2014 regelmäßig im Bio-Fachunterricht, in der Bio-AG und im Wahlpflichtkurs Gebrauch gemacht. Besonders interessant war dabei das in den warmen Monaten zu beobachtende Massenvorkommen der interessanten Kugelalge Volvox. In diesem Bereich können auch viele wasserlebende Kleintiere (Rückenschwimmer, Wasserläufer, Blutegel …) beobachtet werden.

4. Kräuterbeet

4. Kräuterbeet

Neben dem Wasserbereich entsteht ein etwa 20 m2 großes Kräuterbeet, das mit Basaltquadersteinen eingeteilt wurde. Auf den so entstandenen Teilflächen wachsen bereits Minze, Estragon, Thymian und viele weitere Kräuter- und Gewürzpflanzen.

Eine Abdeckung der Oberfläche mit von der Stadt zur Verfügung gestelltem Rindenmulch soll in diesem Bereich das Aufkommen von Wildkräutern weitgehend verhindern bzw. eine Bearbeitung der Flächen vereinfachen. Beim Verarbeiten des Rindenmulches entdeckten Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Biologie mehr als 20 große Nashornkäferlarven, die an geschützter Stelle wieder mit Mulch bedeckt wurden, um die Verpuppung zu einem der größten und geschützten europäischen Käfer zu ermöglichen. Dieses Beet kann z.B. im Hauswirtschaftsunterricht für Bestimmungsübungen, sensorische Untersuchungen und für die Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden.

5. Steinbeet

5. Steinbeet

Durch eine Reihe von Natursteinen, die mit Mörtel auf die Mauerkante gesetzt wurden, ist am Eingang zum Fahrradkeller ein kleines Stein– und Sukkulentenbeet entstanden, in dem durch eine Kiesdrainageschicht und die geringe und nährstoffarme Substratauflage Pflanzen wachsen können, die besonders an solche Lebensräume angepasst sind.

Einige Sedum- und Steinbrecharten sowie Hauswurzformen zeigen Überlebensstrategien für solche heißen und trockenen Standorte.

 

Text und Fotos: B. Rasche